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Lädenleuchten

Die Obscuristen stellen vom 15. bis 24. Februar 2008 im Vogelhüttendeich 25, Vogelhüttendeich 100 und in der Fährstraße 11 aus. Geöffnet Freitags, Samstags und Sonntags von 16:00 bis 20:00.

Hintergründe

Unsere "Keksdosen-Kameras" haben nichts, das dem Hersteller hohe Qualität abfordert. Gesetzliche Garantie-Regelungen nützen nichts, wenn wie geschehen, der Händler im Bunker in der Feldstrasse, Fima Amptown Sound und Drumlannd (diverse Variationen), das nicht nachbesserbare Gerät für 5500 € an den Hersteller Tascam nicht zügig zurückgibt, und durch permanente Umfirmierung sich aus Rückzahlungspflicht der Wandlung herausstiehlt. Weitere Auskünfte unter: info@obscuristen.de.

Wilhelmsburg in der Keksdose

Fotoausstellung mit Abendprogramm

9.-22.11.o7, Halle 13 in der Neuhöfer Straße 23
Mit dem HVV: S3 bis Veddel, Bus 13 bis Veringstraße Mitte

Impressionen der letzten Tage


Vor cirka 3 Jahren hatten die Obscuristen der Hochschule für bildende Künste Hamburg damit begonnen, aus runden Keksdosen Obscura-Kameras zu bauen und suchten Orte in Paris auf, die einer der ersten Dokumentar-Fotografen, Eugenè Atget, vor cirka 90 Jahren mit einer Plattenkamera festgehalten hatte. Diese Orte, soweit sie noch existierten, fotografierten die Obscuristen mit ihren Obscuras, mit einem optischen Prinzip, das erheblich älter ist als die Fotografie. Ursprünglich saß nämlich ein Zeichner in einem überdimensionierten "Kamera-Raum" und hat die hereinbrechende Licht-Projektion nachgezeichnet.

Eine Kamera "Obscura" ist kein nostalgischer Fotoapparat, sondern ein Zeichenhilfsmittel. Wir werden dieses Gerät nicht benutzen, um den Aufnahmen ein Image der 'guten alten Zeit' zu verleihen, sondern um uns der Bilderflut der Belanglosigkeit abzuwenden.

Zur Idee unserer Obscura-Fotografie gehört auch, dass ein Teil der Auswahl schon vorweg im Kopf entsteht. Da jede Kamera nur einen Film enthält, findet eine genauere Analyse der Szene statt.

Die These: "Weniger kann mehr sein" bestätigt sich darin, dass wir uns mehr mit den Bildern beschäftigen können, weil wir weniger Zeit mit der Inkompatibilität der Updates verschwenden müssen.

die schildkrötenkopfinsel

Aus der Luft betrachtet sieht die Insel Wilhelmsburg aus wie ein Schildkrötenkopf. Diese alte Schildkröte hat schon viel gesehen und erlebt. Aber nicht nur die Natur und die Lage des Stadtteils, sondern auch die Inselbewohner formen ihre Umgebung. (Anna-Lena Ludwig)

Bewegung im Bild:

Nach einer Vision eines stadtbekannten Politikers wird Wilhemsburg im Jahr 2013 vollständig überflutet werden, Glückstadt ist zu dem Zeitpunkt schon Hafenstadt. Was also die Mühe? (Michael Steinhauser)

Lass doch, geht doch nur kaputt:

Der Stadtteil Wilhelmsburg ist selbststabil, ein externer Eingriff (Regler, engl. Governor, von lat. Gubernator, "Steuermann") ist nicht nötig. Das betrachtete Wirkungsgeflecht hat unzählige Regelkreise, diese sind als Teil von ihm jahrelang adaptieret.
Hinzufügen eines weiteren Reglers, um Größenordnungen mächtiger, nur designt, nicht adaptiert. Keine Fehlerabschätzung, keine Simulation. Was folgt?

Das Experiment wird direkt am Versuchstier durchgeführt. Seltsam? Leider nicht. Macht-, Geltungs- und Profitgier sind allgegenwärtig. Seltsames vermag man da nicht zu erkennen. (Paul Geisler)

Simplizität der Materialien:

Momentaufnahme der Wilhelmsburger Stadtinsel in drei Abschnitten fotografiert mit Keksdosen. Die Fotografien widmen sich der Transformierbarkeit von Architektur und Landschaft in Wilhelmsburg durch Abbildungen, die durch das Kamera Obscura Prinzip und durch verformtes, zerknülltes und gefaltetes Fotopapier einen verfremdenden Charakter haben. (Rupert Kraft)

Bildebenen:

Fotografien von Unorten in Wilhelmsburg. Festgehalten auf Röntgenfilm und teilweise als Cyanotopien geprintet. (Anneli Wilhelm)

Wandel:

Zerfall, Abriss, Aufbau - ein Ort ist ein geometrischer Punkt und unterliegt einem ständigen Wandel. (Max Reiser)

Streng synchrone Mehrfachprojektion:

Kleinbildfilm-Aufnahmen hintereinander im Hoch-Format. Das Bildfenster des Kinofilms ist halb so groß wie das des Kleinbildfilm-Fotos. Auf einem Monitor sieht man das Foto bewegt hintereinander als Schere. (Ulrich Schwedes)

Befindliches:

Wilhelmsburger nehmen mit der Keksdosen-Obscura ihre Umgebung auf.


~Fortsetzung folgt~

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